Mutterland: Die unmögliche Heimat

Du bist / Das Wort Unbekannt / Die Not Sie erfand. Ein Gedicht über das Mutterland, das das Mutterland nicht nennen kann. Weil es schon vor dem Namen da ist. Die erste Bewegung des Gedichts: „Wir spielen / Ganz von Anfang.“ Nicht: wir beginnen von vorn. Sondern: wir spielen so, als gäbe es einen Anfang, … Weiterlesen …

Angst und Schwelle: Heidegger, Celan, Meister Eckhart

Wir schweben in Angst. Heidegger sagt das ohne Schauder. Kein Abstand, keine Warnung. Die Angst lässt uns schweben, weil sie das Seiende im Ganzen zum Entgleiten bringt. Das ist keine Katastrophe. Das ist eine Weise des Erschlossenseins. Die Angst, von der Heidegger spricht, ist nicht die Angst vor etwas. Die Furcht hat ein Objekt — … Weiterlesen …

Advent und Feuer: Chronos, Kairos und der andere Anfang

Das Feuer brennt ewig. Der Advent endet. Können beide Recht haben? Heraklit sagt: Das Feuer brennt nach Maßen — geordnet durch den Logos, dem alles gehorcht und das doch die Wenigsten hören. Das Feuer ist kein Anfang und kein Ende. Es ist die Bewegung selbst: immer wandelnd, immer dieselbe, immer jetzt. Wer das Feuer löscht, … Weiterlesen …

Wenn Liebe ewig schweigt: Das Er-schweigen als Liebesform

Als „Nein“ — wäre es geschmolzen. Als „Ja“ — Nie Gewesen. Dieser Satz ist kein Paradoxon zur Illustration. Er ist eine Erfahrung, die jeden Sprachakt übersteigt — die Erfahrung, dass die Liebe genau dort zerstört wird, wo man sie benennt. Totenstill, klar Dein Blick / zurückgekehrt, der Heimat / Nacken, verbeugt, wo sanft / streicht … Weiterlesen …

Das Mehr als Zwischenraum: Identität, Bewusstsein und das Unverfügbare

Das Gehirn denkt. Aber wer denkt, wenn das Gehirn denkt? Die Frage klingt naiv. Sie ist es nicht. Supervenienz beschreibt eine Abhängigkeitsbeziehung zwischen mentalen und physischen Eigenschaften: Keine Veränderung im Mentalen ohne Veränderung im Physischen. Das klingt nach einer Lösung des Leib-Seele-Problems. Es ist die Präzisierung seiner Tiefe. Denn die Supervenienz konstatiert nur, dass die … Weiterlesen …

Winke statt System: Blumenberg, Heidegger und das Ende der Metaphysik

Ein Denken, das sich selbst nicht systematisieren lässt, entzieht sich dem, was es beschreibt. Das ist kein Fehler. Es ist die Bedingung. Blumenberg beginnt mit einer Diagnose, die nüchtern klingt und es nicht ist: Moderne Technik ist Reaktion auf einen Ordnungsschwund — auf den Verlust selbstverständlicher kosmischer und theologischer Sicherheiten. Der Mensch wird in die … Weiterlesen …