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Die Wunde der Zeichen

Die Erfahrung belehrt uns, dass die Sprache nicht in ihrer Unschuld verweilt. Das Gesetz – Lacans Nom du père, der Name des Vaters – fällt auf uns herab. Sprache wird zur Zuschreibung, zur Markierung, zur Grenzziehung. In ihrer kältesten Konsequenz verwandelt sie sich in jenes Verwaltungsinstrument, das Menschen in Raster, Profile und Nummern presst. Wo … Weiterlesen …

Die Hand, die das Antlitz nicht hält

Zur Vorgängigkeit des Politischen — ein Essay nach Levinas, Rosenzweig und Heidegger »wer spricht, Geschwisterkind, der redet zu niemand, der spricht, weil niemand ihn hört, niemand und Niemand, und dann sagt er, er und nicht sein Mund und nicht seine Zunge, sagt er und nur er: Hörst du?« — Paul Celan, Gespräch im Gebirg (1959) … Weiterlesen …

Hüten, dass das Herz schont

Es beginnt auf einer Wiese. Ein Kind, ein paar Kühe, ein Himmel, der noch nicht nach Wetter‑Apps fragt. In Griffweite könnte ein Stock liegen, aber die Hand bleibt leer. Das Hüten lernt den Ton, nicht den Schlag; das Dabeibleiben, nicht das Durchsetzen. Später wird man dieses Früher „Erziehung“ nennen, vielleicht „Glück“, vielleicht „Naivität“. Aber ehe … Weiterlesen …

Über diesen Blog

Ein Raum Zwischen Sprache und Leib Abgründigem und Vertrautem Stillem und Lautem Denken, dass Entsprechung Fragend Hört ereignendes.org ist ein Ort für philosophische Reflexionen im Spannungsfeld von Ereignis, Grenzerfahrung, Sprache, Gemeinschaft und Teilhabe. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Denken dort vollzieht, wo Gewissheiten brüchig werden und Erfahrungen sich den vorhandenen Begriffen entziehen. Der … Weiterlesen …

Zwischen Modulplan und Ereignis

Ein Manuskript aus dem Warteraum Es gibt Warteräume, die sind nur Durchgang, und andere, in denen etwas geschieht, das kein Formular vorsieht. In einem solchen Warteraum beginnt dieses Manuskript. Nicht im S3-Anhang, nicht im Lehrbuch, nicht in der Legende einer neuen „Methode“, sondern dort, wo Nummern aufgerufen werden und dennoch niemand wirklich gemeint ist. Denn … Weiterlesen …

Resilienz im Wink

Zwischen Statistik und Stille Vom Recht, das die Wunde nicht sehen kann ereignendes.org · April 2026 Vorrede ein Gedicht Ein Ort, die Welt schweigt. Nichts, dass All Es, ist. Es, dass sich nicht zählen lässt. Hier sitzen Menschen, das Leben zerbrochen Die Statistik nennt sie Fälle. Die Medien nennen sie Geschichten. Der Rechtsstaat nennt sie … Weiterlesen …

Schizophrene Wahrnehmung als Hierophanie: Eliade, Platon, Girard

Platon unterschied vier Formen des göttlichen Wahnsinns: die mantische, die mystische, die poetische, die erotische. Keine davon ist Krankheit. Alle vier sind Gaben. Das ist keine romantische Behauptung. Es ist eine historische Feststellung: Es gab Kulturen und Zeiten, in denen das, was heute unter dem Sammelbegriff Psychose verwaltet wird, in eine andere Ordnung der Bedeutung … Weiterlesen …

Die Wunde der Nicht‑Anerkennung

Es gibt Systeme, die so reibungslos funktionieren, dass sie gerade darin scheitern. — Die Werkstatt rechnet sich. Der Mensch bleibt arm. Neuere Sozialbilanz‑Studien zeigen: Werkstätten für behinderte Menschen sind kein schwarzes Loch der Sozialausgaben, sondern hochproduktive Sozialunternehmen. Aus einem öffentlichen Euro wird mehr als ein Euro Wertschöpfung, es entstehen Steuern, Sozialbeiträge, regionale Wertschöpfung. Und doch … Weiterlesen …

Das gespaltene Sein: Psychose als ontologische Erfahrung

Schizophrenie — das Wort trägt seinen Widerspruch in sich. Schizein: reißen. Phren: Geist. Gespalten also der Geist. Doch was setzt dieser Riss voraus? Einen Ausgangszustand der Ganzheit, eine ursprüngliche Integrität, die dann zerbrochen wäre. Aber hat es diesen Zustand je gegeben? Wenn nicht — dann wäre Spaltung nicht das Ende von Identität. Dann wäre sie … Weiterlesen …