ereignendes.org

Die Hand, die das Antlitz nicht hält

Zur Vorgängigkeit des Politischen — ein Essay nach Levinas, Rosenzweig und Heidegger »wer spricht, Geschwisterkind, der redet zu niemand, der spricht, weil niemand ihn hört, niemand und Niemand, und dann sagt er, er und nicht sein Mund und nicht seine Zunge, sagt er und nur er: Hörst du?« — Paul Celan, Gespräch im Gebirg (1959) … Weiterlesen …

Unvernunft – Das Gedicht und seine Auslegung

Es ist kein Tag, und der Nacht geschieht keine Wende, die meine Hände in die Nähe Gottes legt. Nicht: kein Licht. Nicht: kein Ausweg. Genauer: keine Wende. Das ist der Einschnitt. Die Nacht, die bleibt, wäre noch auszuhalten. Die Nacht, der nichts geschieht — das ist etwas anderes. Wende lädt sich im Gedicht auf — … Weiterlesen …

Gegengift — ein Triptychon

Drei Weisen, vor einem Gedicht zu stehen: Einfassung · Dank · Prüfung Dann entziffere die Schrift sie ist das Gegengift für Nichts! Ein Gedicht lässt sich nicht ein einziges Mal lesen, wenn es einem am Herzen liegt. Vor Gegengift — dem Gedicht, das mit einer Verbannung anhebt und auf das Nichts hin endet — stehen … Weiterlesen …

Eröffnungsrätsel

Ereignis und Erlösung – oder: Vom Blitz, der im Entzug west Es ist kein Tag, und der Nacht geschieht keine Wende – und doch: zwischen beiden schlägt ein Blitz ein, der weder Licht noch Finsternis heißt, sondern beides zugleich er-eignet und ent-eignet. So beginnt kein Gespräch über „Ereignis“ und „Erlösung“, als wären sie Begriffe, die … Weiterlesen …

Eint und bindet — der Riss, der hält

Liebe ist Wahrheit Wahrheit ist Gott Gott ist der Weg Der Uns Eint und bindet Die stärkste Stelle dieses Spruchs ist die, an der er bricht. Nicht trotz des Bruchs hält er, sondern in ihm. Wer ihn liest, liest abwärts, Sprosse um Sprosse, als sei jedes »ist« eine Stufe, die zur nächsten trägt — und … Weiterlesen …

Mutterland: Die unmögliche Heimat

Du bist / Das Wort Unbekannt / Die Not Sie erfand. Ein Gedicht über das Mutterland, das das Mutterland nicht nennen kann. Weil es schon vor dem Namen da ist. Die erste Bewegung des Gedichts: „Wir spielen / Ganz von Anfang.“ Nicht: wir beginnen von vorn. Sondern: wir spielen so, als gäbe es einen Anfang, … Weiterlesen …

Wenn Liebe ewig schweigt: Das Er-schweigen als Liebesform

Als „Nein“ — wäre es geschmolzen. Als „Ja“ — Nie Gewesen. Dieser Satz ist kein Paradoxon zur Illustration. Er ist eine Erfahrung, die jeden Sprachakt übersteigt — die Erfahrung, dass die Liebe genau dort zerstört wird, wo man sie benennt. Totenstill, klar Dein Blick / zurückgekehrt, der Heimat / Nacken, verbeugt, wo sanft / streicht … Weiterlesen …