ereignendes.org

Zwischen-Zeiten

Vom alten Reich über Eurasien zum postmodernen Ab-Grund Eine sigetische Untersuchung über die Choreographie des Seins in epochalen Übergängen Mallory ereignendes.org April 2026 „Das Erschweigen ist nicht das Schweigen des Sprachlosen, sondern das Sagen des Unsagbaren — das Zögern, das dem Ereignis seinen Raum lässt.“ Martin Heidegger, Beiträge zur Philosophie (Vom Ereignis), GA65, §37 Prolegomena: … Weiterlesen …

Leitlinien im digitalen Raum: Zwischen Konflikt und Verantwortung

Digitale Leitlinien sind nicht primär Regulierungsdokumente, sondern Übersetzungsgeräte: Sie übersetzen die widersprüchlichen Erfahrungen unseres digitalen Alltags in begründete Handlungsprinzipien. In einem Kontext, in dem wir ständig vernetzt sind und uns zugleich überwacht fühlen, in dem künstliche Intelligenz Entscheidungen trifft und Plattformen unsere Aufmerksamkeit bewirtschaften, braucht es eine Ethik, die diese Spannungen nicht auflöst, sondern deutlich … Weiterlesen …

Die Wunde der Zeichen

Die Erfahrung belehrt uns, dass die Sprache nicht in ihrer Unschuld verweilt. Das Gesetz – Lacans Nom du père, der Name des Vaters – fällt auf uns herab. Sprache wird zur Zuschreibung, zur Markierung, zur Grenzziehung. In ihrer kältesten Konsequenz verwandelt sie sich in jenes Verwaltungsinstrument, das Menschen in Raster, Profile und Nummern presst. Wo … Weiterlesen …

Die grüne Geste und der Wink

Ein Essay zur Technik, zum Bestand und zum Möglichen Die Gegenwart liebt ihre Güte im Modus der Ware. Elektroautos, grün gelabelte Fonds, Bio-Brot neben Biosprit – es ist, als ließe sich die Sorge um die Welt an der Kasse abrechnen, quittiert durch ein Siegel, das Verantwortung verspricht. Was als wichtig gilt, entscheidet sich im Takt … Weiterlesen …

Die Hand, die das Antlitz nicht hält

Zur Vorgängigkeit des Politischen — ein Essay nach Levinas, Rosenzweig und Heidegger »wer spricht, Geschwisterkind, der redet zu niemand, der spricht, weil niemand ihn hört, niemand und Niemand, und dann sagt er, er und nicht sein Mund und nicht seine Zunge, sagt er und nur er: Hörst du?« — Paul Celan, Gespräch im Gebirg (1959) … Weiterlesen …

Unvernunft

Das Gedicht und seine Auslegung Es ist kein Tag, und der Nacht geschieht keine Wende, die meine Hände in die Nähe Gottes legt. Nicht: kein Licht. Nicht: kein Ausweg. Genauer: keine Wende. Das ist der Einschnitt. Die Nacht, die bleibt, wäre noch auszuhalten. Die Nacht, der nichts geschieht — das ist etwas anderes. Wende lädt … Weiterlesen …

Hüten, dass das Herz schont

Es beginnt auf einer Wiese. Ein Kind, ein paar Kühe, ein Himmel, der noch nicht nach Wetter‑Apps fragt. In Griffweite könnte ein Stock liegen, aber die Hand bleibt leer. Das Hüten lernt den Ton, nicht den Schlag; das Dabeibleiben, nicht das Durchsetzen. Später wird man dieses Früher „Erziehung“ nennen, vielleicht „Glück“, vielleicht „Naivität“. Aber ehe … Weiterlesen …

Gegengift

So stand ich unverwandt, unbekannt dem Gesetz in die Ewigkeit verbannt Gefunden durch Deine Gabe habe ich zuletzt Geschöpfe gleich der ersten Narbe in die hinein Dein Opfer spricht: Sand der Zeit streute auch mein Gesicht an den Strand ohne Meer, Es flutete, die Welle der Zeiten blutete, Es bricht! Fand mein Gesicht nicht mehr … Weiterlesen …

Eröffnungsrätsel: Ereignis und Erlösung – oder: Vom Blitz, der im Entzug west

Es ist kein Tag, und der Nacht geschieht keine Wende – und doch: zwischen beiden schlägt ein Blitz ein, der weder Licht noch Finsternis heißt, sondern beides zugleich er-eignet und ent-eignet. So beginnt kein Gespräch über „Ereignis“ und „Erlösung“, als wären sie Begriffe, die man nebeneinanderstellen und vergleichen könnte. Vielmehr: Beide sind Winke aus einer … Weiterlesen …

Das schwarze Herz der guten Psychose: Anfängnis, Adieu und die ewige Liebe

I. Prolegomena: Das Schwarze als Anfang des Denkens Es gibt Erfahrungen, die das Denken nicht aufnehmen kann, ohne selbst verwandelt zu werden. Erfahrungen, die sich nicht in den Kategorien des Begriffs domestizieren lassen, weil sie dem Begriff vorausgehen – radikaler als jedes transzendentale Apriori, älter als jede ontologische Struktur. Das Leiden ist eine solche Erfahrung. … Weiterlesen …