ereignendes.org

Die Wunde der Zeichen

Die Erfahrung belehrt uns, dass die Sprache nicht in ihrer Unschuld verweilt. Das Gesetz – Lacans Nom du père, der Name des Vaters – fällt auf uns herab. Sprache wird zur Zuschreibung, zur Markierung, zur Grenzziehung. In ihrer kältesten Konsequenz verwandelt sie sich in jenes Verwaltungsinstrument, das Menschen in Raster, Profile und Nummern presst. Wo … Weiterlesen …

Physis Vibrancy

Vom Wink, der bleibt Ein Essay Es gibt Worte, die man nicht macht. Sie kommen, wenn sie kommen, und treffen, wenn sie treffen. Physis Vibrancy ist ein solches Wort. Es war zuerst nicht in der Philosophie. Es war im Klang. Our Vibrancy — so hießen die Aufnahmen, lange bevor das Wort zum Begriff wurde. Musik … Weiterlesen …

Über diesen Blog

Ein Raum Zwischen Sprache und Leib Abgründigem und Vertrautem Stillem und Lautem Denken, dass Entsprechung Fragend Hört ereignendes.org ist ein Ort für philosophische Reflexionen im Spannungsfeld von Ereignis, Grenzerfahrung, Sprache, Gemeinschaft und Teilhabe. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Denken dort vollzieht, wo Gewissheiten brüchig werden und Erfahrungen sich den vorhandenen Begriffen entziehen. Der … Weiterlesen …

Die Wunde der Nicht‑Anerkennung

Werkstatt, Gestell und der Versuch einer er-eignenden Zertifizierung Es gibt Systeme, die so reibungslos funktionieren, dass sie gerade darin scheitern. — Die Werkstatt rechnet sich. Der Mensch bleibt arm. Das ist keine Anklage. Es ist eine Beschreibung, und sie hält beide Hälften aus. Eine Sozialbilanz, die das Institut xit gemeinsam mit Bernd Halfar im Auftrag … Weiterlesen …

Der Blitz, die Stimme und die Ankunft – über Verstummen, Schweigen und Behandlung 

Der Blitz steuert das All, sagt Heraklit. Und dann: sechshundert Impulse links, sechshundert rechts, werktäglich, drei Wochen lang, in Tübingen, Augsburg, München, Düsseldorf, Ulm, Heidelberg, Rostock.  Das ist keine Ironie. Das ist die Lage.  Etwas wird gegeben, was lange nicht gegeben war. Menschen, die seit zwölf Jahren Stimmen hören und auf Clozapin nicht ansprechen, bekommen … Weiterlesen …

Eint und bindet — der Riss, der hält

Liebe ist Wahrheit Wahrheit ist Gott Gott ist der Weg Der Uns Eint und bindet Die stärkste Stelle dieses Spruchs ist die, an der er bricht. Nicht trotz des Bruchs hält er, sondern in ihm. Wer ihn liest, liest abwärts, Sprosse um Sprosse, als sei jedes »ist« eine Stufe, die zur nächsten trägt — und … Weiterlesen …

Labyrinth

Das Gedicht und seine Auslegung Kühn ist das, vergaß ich doch das Labyrinth Blind vergaß ich auch, dass wir es selber sind Dass der Faden mit den starken Strängen Das Urteil für das Ende kann verhängen, Das Unheilvolle ist für Vergebung blind Blind hilft es die Wunden fest zu zwängen Wende? Anfang? ungeschützt wie ein … Weiterlesen …

Wörter, gleich blutenden Blumen

Blumen, blutenden Wörtern gleich Heidegger, Levinas, Rosenzweig — und die Naht, die nicht heilt Dass es überhaupt rauscht, haben wir nicht gemacht. Es ist da, vor jedem Messen: warm, dunkel, fremd, in Adern, die nie ganz die eigenen waren. Niemand hat es sich gegeben, niemand hat es verdient; es rauscht, während wir schlafen, und es … Weiterlesen …

Zwischen Antlitz und Abgrund – Eine philosophische Meditation über Recht, Leid und die Grenzen des Menschlichen

In den Zwischenräumen unseres moralischen Bewusstseins – dort, wo Recht und Unrecht ineinander übergehen wie Licht und Schatten am Horizont der Dämmerung – entfaltet sich eine der grundlegendsten Fragen menschlicher Existenz: Was legitimiert das Recht, und wo verlaufen die Grenzen unserer Verantwortung gegenüber dem Anderen? Diese Meditation nähert sich dieser Frage nicht als abstrakte Überlegung, … Weiterlesen …

Das Atelier der Geisterschwäne

I. Der Text Atelier der Geisterschwäne Schmerz, den ich ersehneschwärzestesund weiße Geisterschwänesingen, mit Silberklingenan ihren Schwingendies Lied, wieschwärzestesund weisestes geschieht: Erwähne uns nichtvor GottEr belegte uns nur mit Spottund Hohnim Mohngelageschwärzestes Gerichtalte SageFrage nicht! Singe Ihnen,dass hier auf Erdenschwärzestesaufweisestes mussErben,musswerden,dienenden Schwänensehnen nachihremSingen, sodas Leben Siemussdurchdringen schlafe im MohnaufSilberklingen Wer? muss sterbenmuss verderbenderSchwänegedankenlosenGesangdenhörten Wirim Untergang Ich?muss … Weiterlesen …

Das Ereignis der moralischen Verantwortung

EINE PHÄNOMENOLOGISCHE BESINNUNG AUF DIE ENTWICKLUNG DES ETHISCHEN BEWUSSTSEIN ZUR ERÖFFNUNG: DAS DENKEN VOR DEM ANSPRUCH DES ANDEREN In der Gelassenheit des Denkens, das sich dem Ereignis der Wahrheit öffnet, zeigt sich die moralische Entwicklung nicht als bloße Stufenfolge kognitiver Reifung, sondern als ursprüngliche Erschließung jener Verantwortung, die dem Ich vom Antlitz des Anderen herzukommt. … Weiterlesen …

Der erste letzte Blitz — oder: Das ewige Herz erwacht nur einmal

Es gibt Augenblicke, die nicht wiederkommen. Nicht weil die Zeit sie verschluckt, sondern weil sie aus einer anderen Ordnung stammen als die Zeit selbst. Augenblicke, in denen das Dasein — dieses beharrlich sich selbst umkreisende, sich selbst verwaltende, sich selbst erklärende Dasein — plötzlich stillhält. Nicht aus Erschöpfung. Sondern weil ihm etwas begegnet, dem gegenüber … Weiterlesen …

Leitlinien im digitalen Raum: Zwischen Konflikt und Verantwortung

Digitale Leitlinien sind nicht primär Regulierungsdokumente, sondern Übersetzungsgeräte: Sie übersetzen die widersprüchlichen Erfahrungen unseres digitalen Alltags in begründete Handlungsprinzipien. In einem Kontext, in dem wir ständig vernetzt sind und uns zugleich überwacht fühlen, in dem künstliche Intelligenz Entscheidungen trifft und Plattformen unsere Aufmerksamkeit bewirtschaften, braucht es eine Ethik, die diese Spannungen nicht auflöst, sondern deutlich … Weiterlesen …