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Die Wunde der Zeichen

Die Erfahrung belehrt uns, dass die Sprache nicht in ihrer Unschuld verweilt. Das Gesetz – Lacans Nom du père, der Name des Vaters – fällt auf uns herab. Sprache wird zur Zuschreibung, zur Markierung, zur Grenzziehung. In ihrer kältesten Konsequenz verwandelt sie sich in jenes Verwaltungsinstrument, das Menschen in Raster, Profile und Nummern presst. Wo … Weiterlesen …

Eint und bindet — der Riss, der hält

Liebe ist Wahrheit Wahrheit ist Gott Gott ist der Weg Der Uns Eint und bindet Die stärkste Stelle dieses Spruchs ist die, an der er bricht. Nicht trotz des Bruchs hält er, sondern in ihm. Wer ihn liest, liest abwärts, Sprosse um Sprosse, als sei jedes »ist« eine Stufe, die zur nächsten trägt — und … Weiterlesen …

Mutterland: Die unmögliche Heimat

Du bist / Das Wort Unbekannt / Die Not Sie erfand. Ein Gedicht über das Mutterland, das das Mutterland nicht nennen kann. Weil es schon vor dem Namen da ist. Die erste Bewegung des Gedichts: „Wir spielen / Ganz von Anfang.“ Nicht: wir beginnen von vorn. Sondern: wir spielen so, als gäbe es einen Anfang, … Weiterlesen …

Wenn Liebe ewig schweigt: Das Er-schweigen als Liebesform

Als „Nein“ — wäre es geschmolzen. Als „Ja“ — Nie Gewesen. Dieser Satz ist kein Paradoxon zur Illustration. Er ist eine Erfahrung, die jeden Sprachakt übersteigt — die Erfahrung, dass die Liebe genau dort zerstört wird, wo man sie benennt. Totenstill, klar Dein Blick / zurückgekehrt, der Heimat / Nacken, verbeugt, wo sanft / streicht … Weiterlesen …

Zwischen Ja und Nein: Das Totenmeer

Eine Verdichtung und Exegese von Wilhelm Heys „Weißt du, wie viel Sternlein stehen“ wo sind sie All zu sehen, wer wollte Sie erahnen,wer nennt uns Ihre Bahnen, wem gaben Sie denNamen, Ihm und Ihrem Glanz zu dienen, Neinund Ja zu raten, einzufassen und zu setzenMorgen und Abend, Tag und Nacht, Ewig Esnicht zu Sein, Seiendes … Weiterlesen …

Liebend schweigend: Über die Unmöglichkeit, Liebe zu sagen

Wer Liebe sagt, hat sie schon verfehlt. Wer schweigt, ist vielleicht näher dran. Aber auch das ist falsch — denn auch das Schweigen kann lügen. Zwei Menschen sitzen nebeneinander. Seit einer Stunde kein Wort. Nicht weil nichts gesagt werden könnte. Weil jedes Wort das Falsche wäre. Die Sprache, die für anderes ausreicht — für Absprachen, … Weiterlesen …